Kognitive Intelligenz

IBM eröffnet IoT-Forschungszentrum in München

von - 14.02.2017
IBM
Foto: ricochet64 / Shutterstock.com
Der Technologie-Standort München bekommt prominenten Zuwachs: An diesem Donnerstag wird IBM sein neues weltweites Watson-Forschungszentrum für das Internet der Dinge in München offiziell eröffnen.
Neuer IT-Thinktank im Süden: Bereits am Donnerstag will IBM sein neues weltweites Watson-Forschungszentrum für das Internet der Dinge in München eröffnen. Im Endausbau sollen sich dort 1.000 Spezialisten des US-Konzerns mit kognitiver Intelligenz beschäftigen und Zukunftstechnologien bei der Vernetzung von Mensch, Maschine und Computer entwickeln. 200 Millionen Euro investiert IBM, wie ein Unternehmenssprecher sagt.
Das Internet der Dinge ist eine ebenso häufig zitierte Phrase wie die Industrie 4.0. Im Prinzip bedeutet beides die Vernetzung von Maschinen und Internet - ob es sich nun um die Steuerung der Gebäudetechnik über Smartphone handelt oder die Analyse riesiger Mengen an Produktions- und Geschäftsdaten. Bisher seien Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bei IBM auf weltweit gut 20 Forschungsstandorte verteilt gewesen, sagt der Unternehmenssprecher.
Zum Thema Internet of Things (IoT) gibt es zahlreiche Studien verschiedener Unternehmensberater, viele schätzen, dass die Zahl der vernetzten Geräte und Maschinen auf der Erde von derzeit zwischen fünf und zehn auf zwanzig bis dreißig Milliarden steigen wird. Ein großes Forschungsgebiet ist die Digitalisierung von Autos, im Münchner Zentrum kooperiert BMW mit den IBM-Entwicklern. "Kognitive Intelligenz" in dieser Hinsicht bedeutet unter anderem, dass das Auto Gesundheitsprobleme seines Fahrers erkennen soll, die Rechnung an der Tankstelle automatisch bezahlen kann und bei einer Panne die Werkstatt verständigt.
Im neuen Watson-Forschungszentrum in München will IBM Technologien für das Internet der Dinge entwickeln.
Für München ist die Ansiedlung des IBM-Zentrums im innerdeutschen Wettbewerb um High-Tech-Unternehmen von Bedeutung, da derartige Ansiedlungen oft Sogwirkung entfalten. In der bayerischen Landeshauptstadt forschen bereits die heimischen Siemens-Entwickler, der US-Konzern General Electric ist mit einem eigenen Entwicklungszentrum vertreten, ebenso der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei. Nun kommt IBM noch dazu.
"IBM hat sich ganz bewusst für Bayern, für München entschieden", sagt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). "Wir bieten eine breite Palette an interessanten Anwendungsindustrien, exzellente Forschungseinrichtungen, kompetente Fachkräfte und bestens ausgebaute Infrastrukturen."

Sicherheitsbedenken im IoT

Ein großes Hindernis für das IoT aber sind Hacker-Angriffe. In Fachkreisen erregte im vergangenen Jahr ein Angriff auf den US-Blogger und Sicherheitsspezialisten Bryan Krebs großes Aufsehen. Damals nutzten die Angreifer ein Botnetz aus IoT-Geräten, um die Webseite des Bloggers mit einer DDoS-Attacke lahmzulegen. Darunter soll sich beispielsweise eine Vielzahl von Überwachungskameras eines chinesischen Herstellers befunden haben, die alle mit dem gleichen Passwort gesichert waren.
Derlei Angriffe bergen Alptraumszenarien für Industriefirmen. Sollten Hacker eines Tages die Kontrolle über eine Chemiefabrik übernehmen oder vernetzte Autos kapern, wäre der Schaden gewaltig. Deswegen werden die IBM-Entwickler in München auch an der Sicherheit von IoT-Systemen arbeiten. "Die Sicherheit ist ein Megathema", sagt der IBM-Sprecher.