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Bitkom-Verband entwickelt Big-Data-Leitlinien

von - 09.10.2015
Big-Data-Leitlinien vom Bitkom-Verband
Foto: Shutterstock/Melpomene
Der Bitkom-Verband mahnt die Digitalwirtschaft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Nutzerdaten. Nur so ließen sich Ängste der Menschen vermeiden.
Der IT-Verband Bitkom hat zwölf Leitlinien für den Einsatz von Big-Data-Technologien in der Wirtschaft vorgestellt. Sie sollen Anbietern und Anwendern „konkrete Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Nutzung von Big Data geben“. Insbesondere sollten die Daten der Betroffenen wirksam geschützt werden, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Vor etwa zwei Wochen hatte sich der Bitkom noch gegen ein „Datenschutzrecht alter Prägung“ gewannt.
Susanne Dehmel vom Bitkom-Verband
Susanne Dehmel vom Bitkom-Verband: „Big Data bietet enorme Chancen, wirft aber auch neue ethische Fragen auf.“
(Quelle: Bitkom )
Außerdem solle die Datenverarbeitung nachvollziehbar sein und Datenanalysen einen „Nutzen für diejenigen schaffen, die ihre persönlichen Daten zur Verfügung stellen“. Susanne Dehmel, Bitkom-Geschäftsleiterin Vertrauen und Sicherheit, sagte, das „Big Data enormen Chancen bietet, aber auch neue ethische Fragen aufwirft, insbesondere bei der Vorhersage bestimmter Ereignisse“.
Big-Data-Systeme könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, ob Menschen bestimmte Krankheiten bekommen, Kunden kreditwürdig bleiben oder Jugendliche zu Hartz-IV-Empfängern werden könnten. Das löse Ängste aus.
„Wir müssen besser erklären, was mit Big Data möglich ist. Und wir brauchen eine offene gesellschaftliche Diskussion darüber, wozu wir diese Technologien einsetzen wollen – und worauf wir verzichten sollten“, so Dehmel. Das Ziel der Digitalwirtschaft müsse sein, bei allen Anwendungen die Privatsphäre der Menschen zu respektieren, Freiheitsrechte zu bewahren und Missbrauch zu verhindern. Dieses Ziel solle durch einen „Dreiklang aus Gesetzen, Selbstverpflichtungen und Leitlinien der Wirtschaft“ erreicht werden.
Konkret stellt sich der Verband folgende Leitlinien vor:
  1. Nutzen der Big-Data-Anwendungen prüfen
  2. Anwendungen transparent gestalten
  3. Bevorzugt anonymisierte oder pseudonymisierte Daten verarbeiten
  4. Interessen der Beteiligten abwägen
  5. Einwilligungen transparent gestalten
  6. Nutzen für Betroffene schaffen
  7. Governance für personenbezogene Daten etablieren
  8. Daten wirksam gegen unberechtigte Zugriffe schützen
  9. Keine Daten zu ethisch-moralisch unlauteren Zwecken verarbeiten
  10. Datenweitergabe nach Interessenabwägung ermöglichen
  11. Selbstbestimmtes Handeln ermöglichen
  12. Politische Rahmenbedingungen vervollkommnen – Datenschutz und Datennutzen neu abwägen
Die Empfehlungen erläutert der Verband ausführlicher in einer PDF-Datei, die kostenlos heruntergeladen werden kann.